Liebe Freunde, und Mittragende,
So gerne wuerde ich nur ueber Erfreuliches berichten, aber leider fing unser Jahr 2009 mit einem ganz traurigen Ereignis an. Unser 13-jaehriger Hilario der seit Bebe bei uns war , wurde am 2. Januar von einem Erdrutsch zugedeckt, er musste Geld verdienen um der Familie zu helfen, arbeitete an einer Baustelle und da begrub ihn die Erdmasse. Er wohnte zusammen mit seinen Vater und vier Geschwister in extremer Armut. Die ganze Urpi Wasi Familie begleitete ih zur letzten Ruhestaette.
Im Urpi Wasi ging das Leben weiter nach dem Leitspruch " in der uns gegebenen Zeit entscheidet nicht die Vergangenheit - ich kann sie nicht mehr aendern, ich kann sie nur zu bewaeltigen suchen. Auch die Zukunft wird nicht entscheiden, sie ist noch nicht da. Ich kann nur das Jetzt fassen". Unser ganzes Team Lehrer(innen) sowie Hilfsfrauen hat sich mit viel Liebe und Zuneigung voll eingesetzt das jedes einzelne von unseren Kinder, jedes ein zukuenftigen Traeger von Perú, mit Sorgfalt, Verantwortung und Koennen auf eine bessere Lebensart vorbereitet wurde.
Dank Euren und unseren gemeinsamen Kraeften konnten wir mit einem kompletten Programm, wo weder Erziehung, Bildung, Lebenswerte, Ernaehrung, Gesundheit und Hygiene fehlen durften, fortfuehren:
Erziehungsprogramm
Am 16.Februar 2009 fanden unsere jaehrlichen Einschreibungen statt, diejenigen die schon ab Januar taeglich an die Tuer klopften und ihr Glueck versuchten um ihr Kind im Urpi zu lassen, konnten endlich befriedigt werden brauchten aber immer noch Geduld , denn der Entscheid wurde erst gefallen nachdem die 280 Hausbesuche, um von jeder Familie ihre wirtschaftliche und soziale Situation kennen zu lernen, stattfanden.Das dauerte dank den fehlenden Strassenbezeichnungen, nicht zu reden von Hausnummern sowie den schlemmigen Strassen, Huegel runter, Huegel rauf volle vier Tage fuer vier Gruppen. Es waren sehr endrucksvolle Stunden in denen der hautnahe Kontakt mit der extremen Armut einem viel Kraft gab und Ansporn zum Weitermachen. Am 20.Februar fiel die Entscheidung , diejenigen die unsere Hilfe am meisten benoetigten, besetzten unsere 53 freien Plaetze.
Fuer die Kleinen begann das Schuljahr am 23. Februar und fuer die Schulkinder am 2. Maerz.
1.1. Guardería (Kindertagesstaette)
Die Kinder wurden in fuenf Gruppen eingeteilt:
| | Maedchen | Knaben | Total |
| Bebes | 05 | 07 | 12 |
| 1 1/2 - 3 jaehrige | 11 | 13 | 24 |
| 3 - 4 jaehrige | 15 | 19 | 34 |
| 4 - 5 jaehrige | 23 | 16 | 39 |
| 5 - 6 jaehrige | 22 | 16 | 38 |
| Total | 76 | 71 | 147 |
Bei den anfaenglichen Gewohnheitsschwierigkeiten der Bebes half dieses Jahr der Señora Felicitas Charlotte Roulin Volontaerin (Schweiz), die uns von Maerz bis August begleitete. Sie wurde im August von Christine Eberle (Schweiz) abgeloest, da sich die Bebes unterdessen zu Hause fuehlten, blieb sie nur stundenweise in dieser Gruppe, in der Restzeit setzte sie sich in der 1. Primarschulklasse ein.
Die Señora Delia hatte in ihrer grossen Gruppe der 11/2 - 3-jaehrigen die Sara mit Sindrome Down, die sich gut in die Guppe einlebte und lieb von allen Kleinen beschuetzt wurde.
Die drei Kindergaertnerinnen Delfina, Rosa Maria und Margot der 3, 4, und 5-jaehrigen beschaeftigten und lehrten ihre Schueler von 8.30 Uhr bis 13.00 Uhr. Die farbfrohen Waenden wurden immer eifriger mit den selbstgemachten Arbeiten geschmueckt.
Am Nachmittag wurde frei gespielt.
1.2. Primarschule:
Punkt 8-Uhr mussten alle Schueler anwesend sein , mit Ausnahme der Fruehaufsteher war das nicht leicht, da die peruanische Zeit mindestens 10 Minuten Verspaetung bedeutet. 3 mal zu spaet hiess dass die Eltern (Muetter) an Samstagen halfen mussten das ganze Gebaeude zu reinigen, das klappte, fast niemand kam zu spaet.
Dank der allmaehlichen eigenen Ueberzeugung und Einsicht werden die Kinder immer verantwortunsvoller und was sehr wichtig ist bringen es vielmals auch ihren Eltern bei.
Der Schuluntericht dauerte von 8.30 - 13.30 Uhr und die Werkstaette(Arbeitsschule, Zeichnen, Tanzen-Singen, Quechua und Turnen) von 14.30 - 16.00 Uhr.
Samstag gab es von 8.00 -17.30 Uhr Computerunterricht fuer die 5. und 6.Klasse.
Am Samstag 24. Oktober war das grosse Fest der 5.Klasse, die Erstkommunion , 25 Schueler(innen) nahmen an der Feier in der kleinen Kapelle von Zarzuela Alta teil mit anschliessender Festtorte.
Ende Dezember verliessen uns die gut vorbereiteten Sechsklaessler um in eine oeffentliche Oberstufe einzutreten. Diese Trennung war beidseitig sehr schwierig, unter den 32 Schueler(innen) verliessen uns die Drillinge, die vor 12 Jahren mit je 1 1/2 kg Gewicht zu uns kamen.
Dank dem Erloes des Grilltages, den die Muetter mit der Lehrerin Karina der 6.Klasse veranstalteten wurde der 6.Klasse langersehnter Traum des dreitaegigen Zeltlagers im warmen Dschungeldorf Quillabamba Anfangs November verwirklicht. Sie kehrten gluecklich und als erfahrene Schwimmer(innen) zurueck.
Aufteilung Sozialprimarschule
| Stufen | Knaben | Maedchen | Total Schueler |
| 1.Klasse | 14 | 21 | 35 |
| 2.Klasse | 20 | 15 | 35 |
| 3.Klasse | 18 | 14 | 32 |
| 4.Klasse | 21 | 14 | 35 |
| 5. Klasse | 15 | 16 | 31 |
| 6. Klasse | 17 | 15 | 32 |
| TOTAL | 105 | 95 | 200 |

1.3. Bibliothek:
Abwechslungsweise besuchte die 2 - 6.Klasse nach Schulschluss von 16.00-17.30 Uhr die Bibliothek , es wurden Buecher sei es in Gruppen mit der Lehrerin oder individuell gelesen, oder auch ein schoenes Spiel gespielt. Das wurde unterdessen so zur Gewohnheit, dass sogar waehrend der Pause die Bibliothek sehr viel aufgesucht wurde.
1.4. Versammlung Ex-Schueler:
Um den Kontakt zu den Exschueler nicht zu verlieren versammelten wir uns Ende Juli zu einem gemuetlichen Hock im Urpi Wasi. Alle Anwesenden (80 %) ohne Ausnahme klangen positiv. Der Anfang war schwer, aber sie schafften es und sind gluecklich.
1.5. Studiumsunterstuetzung fuer Ex Urpi Wasis:
- Das Stipendienprogramm, fuer die Oberstufe(Sekundarschule) die 5 Jahre dauert, fuer die 3 besten Exschueler wurde durchgefuehrt, dank der 100%igen Unterstuetzung aus Muenchen. Anaid und André schlossen das erste Jahr sehr gut ab. Fernando hatte ein bisschen Probleme,schuld daran waren die furchtbaren Familienverhaeltnissen ( Vater Alkoholiker, Mutter lief von zu Hause weg).
André nahm sogar im Mathematik Wettbewerb von Cusco teil, Resultat 1.Stelle , da hiess es nach Lima fahren wo der Wettbewerb auf Nivel Peru stattfand, da schloss er an 12.Stelle ab und das ein Junge Ex-Urpi Wasi aus aermsten Verhaeltnissen, Peru kann sich aendern...
- Juan José schloss Ende Jahr sein Kochstudium ab. Es fehlt ihm noch ein bisschen Praktikum und Selbstvertrauen um seine Geschwister in Zukunft als Koch finanziell zu unterstuetzen. Uebrigens ist er der Bruder vom toedlich verunfallten Hilario
- In der Hausaufgabenbetreuung nahmen noch die letzten 10 Jugendliche teil, sie halfen sich mit den Buechern aus der Bibliothek und gegenseitigen Ratschlaegen.
1.5. Elternschule
Da fuer die Probleme der Kinder vorallem die Eltern verantwortlich sind verdoppelten wir die Elternschule mit Hilfe der Psychologin Miriam an denen 95% der Eltern teilnahmen.
Zusammen mit den Lehrer(innen) und Psychologin suchten wir die problematischten und dringendsten Faelle der Kinder raus, total 29 Faelle mit Schwierigkeiten von Agressivitaet, Verwahrlosung, Stottern und Wahrnehmungsstoerungen. Die Kinder sowie Eltern (Muetter, die Vaeter kommen nur ganz selten) wurden zur Sprechstunde zitiert.Die Resultate bleiben noch offen.
1.6. Naehwerkstaette fuer Erwachsene:
In der ersten Jahreshaelfte naehten eine Gruppe der Muetter unter anderem die orangen Faserpelzpullover, Kennzeichen der Urpi Wasi Schueler.
Danach gab es fuer eine neue Gruppe einen 3-monatigen Naehkurs.
Sozialprogramm
2.1. Comedor (Ernaehrung)
Das Enaehrungsprogramm hatte einen besonderen Schwerpunkt in unserem Projekt. Mit einen leeren Magen laeuft nichts. All unsere 360 Kinder versorgten wir mit einem reichhaltigen Fruehstueck, Neunuhr-Frucht, Mittagessen, mit Produkten der Region wie:Quinua, Tarwi, Bohnen, Linsen zusammen mit viel Gekochtem- und Rohgemuese, zum Tagesabschluss gab es ein Vieruhressen .
2.2. Medizinische Behandlung:
In unserem Krankenzimmer wurden die einfachen Krankheiten behandelt wie: Parasiten, Hautkrankungen, Magenstoerungen usw. Fuer die Unterernaehrung 80% der Bebes , sowie Bronchitis, Lungenentzuendung usw. suchten wir unseren Kinderarzt auf.
Im Juli erkrankten 40% der Kinder an der Schweinegrippe. Vom Erziehungsministerium kam der Befehl fuer die oeffentlichen und privaten Schulen Zwangsferien von zwei Woche zu machen, dank dieser Massnahme bekam man die Grippe unter Kontrolle, es gab einige Tote in Peru. Zum Glueck kamen unsere Kinder alle gesund zurueck.
Der Zahnarzt besuchte uns in den Monaten Oktober und November. Langeweile kannte er bei uns mit mehreren hunderten von beduerftigten Zaehnen nicht.
Die Gewichtskontrolle aller Kinder wurde regelmaessig durchgefuehrt.
Einnahmen
- Die Eltern(Muetter) bezahlten uns monatlich einen symbolischen Betrag von: die Kleinsten S/. 9.00, die 3 -6-jaehrigen S/. 11.00 und die Primarschueler S/. 15.00. (1 US$ = Soles 2.90) was ca. 7% des Monatseinkommen bedeutete.
- Der Erloes des Brotverkaufes unserer Baeckerei, sowie das Brot fuer die Kinder gratis.
Diese Einnahmen bedeuteten ca. 15% des ganzen Kostenvoranschlags.

Unser Team setzte sich aus 19 Personen zusammen, dazu kamen Ihr/Du alle die uns mit Ratschlaegen, sowie geistiger und materieller Hilfe durchs ganze Jahr begleiteten.
Euch allen ein ganz großes Vergelts Gott. Muchas Gracias, fuer Euer treues langjaehriges Mittragen.
Fuers kommende Jahr wuenschen wir euch eine gesegnete Zeit, Gesundheit und Freude im Alltag.
Erhaltet eine feste Umarmung von uns allen
Eure dankbaren
Babara Casanova mit ganzen Urpi Wasi