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Studienfinanzierung per Start-Up

Joel (23 Jahre) studiert BWL und erhält seit 2014 ein Stipendium der Stiftung. Seine Familie konnte sich die Schule für ihn und seine beiden Schwestern kaum leisten. Nun berichtet er, wie er sich derzeit seinen Uniabschluss finanziert.

Mein Name ist JOEL, ich bin 23 Jahre alt, studiere Betriebswirtschaft an einer privaten Universität und wohne in der Provinz Guayas. Ich habe ein Stipendium von der Alfons Goppel Stiftung erhalten und werde seit 2014 von meiner Patin gefördert.

 

 

 

Meine Familie ist seit jeher in der Landwirtschaft tätig: Die einen als Tagelöhner und andere als Landwirte. Reis ist das Hauptprodukt, das wir anbauen. In unserer Region wird Reis nur einmal im Jahr geerntet. In höheren Lagen können zwei bis drei Ernten stattfinden. In unserem Fall ernten wir nur einmal im Jahr, weil das Land sehr niedrig ist und im Winter überschwemmt wird, so dass es unmöglich ist, zu pflanzen und zu ernten. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, vor allem im Winter, müssen wir an den Orten arbeiten, an denen zu der Zeit Reis gesät und geerntet wird, was zuweilen sehr kompliziert ist. Wir stehen dann um 4 Uhr morgens auf, um zur Arbeit zu gehen und sind von um 6 Uhr morgens bis 12 Uhr (oder in anderen Fällen bis 16 Uhr) auf dem Feld.

 

Obwohl wir Schwierigkeiten hatten, haben meine Eltern mir und meinen Schwestern trotz allem eine Ausbildung ermöglicht. Unsere Ausbildung begann zunächst zu Hause, wo uns unsere Mutter das Wenige beibrachte, was sie wusste, wie die Vokale und das Alphabet. Als ich vier Jahre alt war, ging ich in die Vorschule in der Nähe meines Hauses, mit viel Mühe und Hingabe schloss ich auch die Grundschule ab. Meine Schwestern schlossen sie zwei Jahre später ab. Der Eintritt in die weiterführende Schule war für mich und meine Familie schwierig, vor allem finanziell. Weil die Kosten höher waren, musste meine Mutter arbeiten, um meinen Vater zu unterstützen. Meine Eltern beschlossen, mich in einer Schule der Gemeinde einzuschreiben. Zwei Jahre später meldete mich meine Lehrerin für ein Stipendium der Alfons Goppel-Stiftung an. Gott sei Dank wurde ich in das Stipendienprogramm aufgenommen. Dieser finanzielle Beitrag hat mir und meinen Eltern sehr geholfen. Die Zeit in der Sekundarschule war schon ein wenig hart, weil ich mit dem Motorkanu von meinem Haus zur Schule transportiert wurde. Es gab Zeiten, in denen ich im Regen hinausging und nass in der Schule ankam oder auch nass nach Hause kam, manchmal musste ich bei Gewitter nach Hause fahren… Mit all diesen Anstrengungen habe ich schließlich meinen Schulabschluss gemacht, Ich erhielt den Preis für den besten Abschluss. Zudem ein weiteres Stipendium des Kantons für die Universität und jetzt studiere ich Betriebswirtschaft.

 

Meine Eltern waren sehr stolz auf die erzielten Preise.

 

 

 

Ich studiere an einer privaten Universität und stehe kurz vor dem Abschluss. Mit Gottes Gnade werde ich Anfang des Jahres 2024 in die Stufe 1 eintreten, in der ich mit der Erstellung der Diplomarbeit beginne, um den Abschluss machen zu können. Dieser kostet 2000 Dollar, die ich mit zwei Unternehmen erwirtschaften möchte: Schweinezucht und Reisanbau.

 

Ich züchte Schweine und verkaufe Ferkel von eineinhalb Monaten und auch Schweine für den Schlachthof von 150 Pfund.

 

Zudem habe ich dieses Jahr auf 1,6 Hektar Reis angebaut. Obwohl die Produktion dieses Jahr nicht sehr gut war, weil wir unter einer unbekannten Seuche litten, hatten wir – Gott sei Dank – keine größeren Verluste. Das ist es, was ich tue, um zu sparen und mein Studienabschluss zu bezahlen. Bis jetzt geht es also gut, ich hoffe, dass ich mit der Hilfe Gottes und meiner Familie Schritt für Schritt wachsen kann.

 

Foto: privat. Joel unterwegs im Kanu, wenn der Fluss über die Ufer getreten ist.
Foto: privat. Joel unterwegs im Kanu, wenn der Fluss über die Ufer getreten ist.